66. Jahresversammlung in Grindelwald

4. / 5. Juni 2011

Beim Zugangsstollen zum Abflusstollen Gletschersee
 
Die das Wochenende einleitende Exkursion war dem Thema "Unterer Grindelwaldgletscher in änderndem Klima" gewidmet. Frau Annette Bachmann, Masterstudentin am Geographischen Institut der Universität Bern und Mitarbeiterin im Oberingenieurkreis I (Thun), begrüsste uns vor dem Eingang zur Gletscherschlucht.
Der Eingang zur Gletscherschlucht:
Beim Zugangsstollen zum Abflusstollen Gletschersee
Gletschersee des Unteren Grindelwaldgletschers
 
Themen ihrer interessanten Ausführungen waren das Gletscherverhalten seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts sowie die Beseitigung der Gefahr eines Ausbruchs des sich in den letzten Jahren aufgestauten Gletschersees.
Rückzugsgebiet des Unteren Grindelwaldgletschers
 
Der Gletscher wies 1855/56 seine grösste Ausdehnung der letzten Jahrhunderte bis in die Talebene hinaus auf. Seither ist er weit zurückgeschmolzen und es bildete sich in den letzten Jahren hinter einem mit Bergsturzmaterial bedeckten Toteisriegel ein See, der zu überlaufen drohte. Eindrücklich war auch der Besuch der Gletscherschlucht und des Umleitungsstollens.
Uebersicht Gletscherschlucht mit Blick nach Süden:
Uebersicht Gletscherschlucht mit Blick nach Süden

Hotel Alpina Grindelwald
 
Vor dem Nachtessen war im Hotel Alpina die 66. Jahresversammlung abzuwickeln: Die Routinegeschäfte wie der Jahresbericht des Präsidenten, die Rechnung und das Budget wurden von den anwesenden 19 Mitgliedern einstimmig genehmigt. Zum Abschluss wurden Themenvorschläge für das künftige Vortragsprogramm gesammelt. An der Herbstexkursion, voraussichtlich am kommenden 8. Oktober, werden wir in Hausen am Albis die Metair AG besuchen, wo ein von Dr. Bruno Neininger eingesetzter meteorologisch ausgerüsteter Motorsegler stationiert ist. Für die Jahresversammlung 2012 wird die Aerologische Station der MeteoSchweiz ins Auge gefasst.

Blick auf Grindelwald:
Blick auf Grindelwald
 
Ein ausgezeichnetes Nachtessen bei gemütlichem Beisammensein rundete den ersten Tag ab.

Der zweite Tag:

Die VAKW Gruppe auf der Bäregg
 
Die Gletschergeschichte des Unteren Grindelwaldgletschers stand für den Sonntag auf dem Programm. Als wissenschaftlicher Experte auf unserer Bergwanderung zum Berghaus Bäregg (1775 m/M) konnte Herr Prof. Heinz Zumbühl von der Universität Bern gewonnen werden.

Prof. Zumbühl und Thomas Gutermann
 
Herr Zumbühl kennt wie kaum eine andere Person die Geschichte des Unteren Grindelwaldgletschers. Er zeigte uns eindrücklichste Beispiele aus seiner über Jahrzehnte zusammengestellten Sammlung historischer Abbildungen verschiedenster Gletscherstände seit dem 17. Jahrhundert. Vor und nach dem teilweise von Regen und Wind begleiteten Aufstieg und nach einem schmackhaften Bergmittagessen erfuhren wir, dokumentiert durch das einmalige Bildmaterial, auf spannende Weise von unserm wissenschaftlichen Begleiter viel Interessantes zu den verschiedenen Stadien des Gletscherverhaltens.

Wieder von Sonne begleitet kehrten wir am Nachmittag ins Tal zurück.

Einmal mehr erlebten wir, von Dr. Bruno Schädler vorzüglich organisiert, eine rundum gelungene Jahresversammlung in Grindelwald. Besten Dank!

11. Juni 2011 Thomas Gutermann

Bilder: Klaus Hager, Pierre Kurt und Bruno Schädler

Jahresversammlung 2010