Die das Wochenende einleitende Exkursion war dem Thema "Unterer
Grindelwaldgletscher in änderndem Klima" gewidmet. Frau Annette Bachmann,
Masterstudentin am Geographischen Institut der Universität Bern und
Mitarbeiterin im Oberingenieurkreis I (Thun), begrüsste uns vor dem Eingang
zur Gletscherschlucht.
Der Eingang zur Gletscherschlucht:
Themen ihrer interessanten Ausführungen waren das
Gletscherverhalten seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts sowie die
Beseitigung der Gefahr eines Ausbruchs des sich in den letzten Jahren
aufgestauten Gletschersees.
Der Gletscher wies 1855/56 seine grösste Ausdehnung der letzten Jahrhunderte
bis in die Talebene hinaus auf. Seither ist er weit zurückgeschmolzen und es
bildete sich in den letzten Jahren hinter einem mit Bergsturzmaterial
bedeckten Toteisriegel ein See, der zu überlaufen drohte. Eindrücklich war
auch der Besuch der Gletscherschlucht und des Umleitungsstollens.
Uebersicht Gletscherschlucht mit Blick nach Süden:
Vor dem Nachtessen war im Hotel Alpina die 66. Jahresversammlung
abzuwickeln: Die Routinegeschäfte wie der Jahresbericht des Präsidenten, die
Rechnung und das Budget wurden von den anwesenden 19 Mitgliedern einstimmig
genehmigt. Zum Abschluss wurden Themenvorschläge für das künftige
Vortragsprogramm gesammelt. An der Herbstexkursion, voraussichtlich am
kommenden 8. Oktober, werden wir in Hausen am Albis die Metair AG besuchen,
wo ein von Dr. Bruno Neininger eingesetzter meteorologisch ausgerüsteter
Motorsegler stationiert ist. Für die Jahresversammlung 2012 wird die
Aerologische Station der MeteoSchweiz ins Auge gefasst.
Blick auf Grindelwald:
Ein ausgezeichnetes Nachtessen bei gemütlichem Beisammensein rundete den
ersten Tag ab.
Der zweite Tag:
Die Gletschergeschichte des Unteren Grindelwaldgletschers stand für den
Sonntag auf dem Programm. Als wissenschaftlicher Experte auf unserer
Bergwanderung zum Berghaus Bäregg (1775 m/M) konnte Herr Prof. Heinz Zumbühl
von der Universität Bern gewonnen werden.
Herr Zumbühl kennt wie kaum eine andere Person die Geschichte des Unteren
Grindelwaldgletschers. Er zeigte uns eindrücklichste Beispiele aus seiner
über Jahrzehnte zusammengestellten Sammlung historischer Abbildungen
verschiedenster Gletscherstände seit dem 17. Jahrhundert. Vor und nach dem
teilweise von Regen und Wind begleiteten Aufstieg und nach einem
schmackhaften Bergmittagessen erfuhren wir, dokumentiert durch das einmalige
Bildmaterial, auf spannende Weise von unserm wissenschaftlichen Begleiter
viel Interessantes zu den verschiedenen Stadien des Gletscherverhaltens.
Wieder von Sonne begleitet kehrten wir am Nachmittag ins Tal zurück.
Einmal mehr erlebten wir, von Dr. Bruno Schädler vorzüglich organisiert, eine rundum gelungene Jahresversammlung in Grindelwald. Besten Dank!
11. Juni 2011 Thomas Gutermann
Bilder: Klaus Hager, Pierre Kurt und Bruno Schädler